Wir legen einen Barfußpfad an

Wir legen einen Barfußpfad an

Es war einmal eine Idee…

Schon längere Zeit bestand der Wunsch, den Schulgarten um einen Barfußpfad zu ergänzen. Leider ist so ein Projekt sehr langwierig und im Rahmen der Schulgarten-AG nur schwer umzusetzen.

Zum Glück hatten wir vom 13. bis 16. Mai 2019 unsere Projektwoche „Ich, du, wir – HIER“. Also nahm sich Herr Grohnberg der Sache an und fand schnell 15 fleißige Helferinnen und Helfer, die im Rahmen des viertägigen Projekts einen solchen Barfußpfad anlegen wollten. Ein nachhaltiges Projekt, das ein Gewinn für die ganze Schulgemeinschaft sein soll.

Prolog

Bevor die Gruppe aktiv werden konnte, musste der Baufhof der Stadt Vaihingen anrücken: das Gelände musste dringend gemäht werden und 1,5 Tonnen feiner Schotter (für die Drainage und ein Feld) mussten geliefert werden.

Das restliche Material organisierte Projektleiter Herr Grohnberg bei unserem Bildungspartner, Hans Schmid GmbH Garten- und Landschaftsbau, der das Projekt freundlicherweise sehr großzügig unterstützte. Außerdem erhielt das Projekt eine ebenfalls großzügige Unterstützung vom örtlichen Globus Baumarkt. Nur durch die Sponsoren war das Projekt in dieser Form möglich. Vielen Dank hierfür!

Herr Grohnberg besorgte zeitnah zum Projektbeginn alle Materialien für den Bau und die Füllung des Barfußpfades…

Kapitel 1: Es geht los

Kaum waren alle Materialien vor Ort, war es auch schon Montag: Projektbeginn. Die 15 Schülerinnen und Schüler aus den Lerngruppen 5 bis 8 versammelten sich rechtzeitig am Schulgarten und warteten darauf, loszulegen.

Doch zuvor musste Herr Grohnberg über Sicherheitsaspekte belehren und die geplante Arbeitsweise erläutern. Im Anschluss stieg man zur mittleren Terrasse des Schulgartens hinauf und begutachtete das inzwischen gemähte Gebiet. Dann ging es unweigerlich ans Einrichten der Baustelle: das Werkzeug musste vom Parkplatz, bzw. aus dem Keller des Schulgebäudes nach oben transportiert werden. Als das geschafft war, markierte Herr Grohnberg Anfang, Mitte und Ende des Barfußpfades, sowie dessen geplante, geschwungene Form.

Zügig ging es ans Abgraben: sollten doch über eine Länge von ca. 15 Metern 20cm tief abgegraben werden und das bei einer durchschnittlichen Breite von 70cm. Der harte, lehmige Boden erschwerte das Abgraben, sodass hierfür fast zwei Projekttage benötigt wurden.

Kapitel 2: Arbeitsteilung

Zeitgleich begannen ein paar Schüler, die 1,5 Tonnen Schotter nach oben zu transportieren.

Eine weitere Arbeit, die unmittelbar nach dem Abgraben stattfand, war das Einpflocken der Rollpallisade als seitliche Begrenzung. Sobald die ersten Meter gesetzt waren, konnte das Unkrautvlies zugeschnitten und als unterste Schicht der Drainage gelegt werden.

Mit vereinten Kräften konnten diese Arbeiten bis zum Ende des Projekttages Mittwoch erledigt werden. Stolz und aufgrund der körperlich harten Arbeit müde beging man gemeinsam den Feierabend.

Kapitel 3: Fertigstellung des Barfußpfades

Nun war es soweit: der letzte Projekttag war da. Heute musste alles fertig werden, sonst könnte der Barfußpfad nicht am Schulfest eingeweiht werden.

Ohne große Vorreden machte sich die Projektgruppe ans Werk: eine Gruppe kümmerte sich um die restliche Drainage aus Unkrautvlies doppelt – Schotter – Unkrautvlies doppelt, eine andere transportierte die restlichen Füllmaterialien nach oben – immerhin eine weitere Tonne, die zu bewegen war…

Herr Grohnberg kümmerte sich um die Begrenzungsbalken zu Beginn und Ende des Pfades, sowie zwischen den einzelnen Feldern.

Noch vor der zweiten Pause waren die ersten Felder befüllt!

In unermüdlichem Tempo wurde bis zum Ende des vierten Projekttages weitergearbeitet. Während die Einen sich um die Befüllung der Felder kümmerten, sicherten andere die Seiten ab, da die Rollpallisaden aufgrund des harten Bodens nicht so tief eingepflockt werden konnten wie geplant. Je weiter der Tag sich dem Ende neigte, desto fleißiger wurden die Schülerinnen und Schüler: schon wurden die ersten, nicht mehr benötigten Werkzeuge aufgeräumt und das Gebiet um den Pfad herum für das Schulfest geputzt.

Schließlich war es soweit: der Barfußpfad war fertig!

Kapitel 4: das Schulfest

Die Sonne strahlte über Vaihingen und bescherte einen wunderbaren Tag. Schnell waren die letzten Schilder platziert, damit auch die Gäste wussten, wo es zum Barfußpfad geht.

Der Ansturm ließ nicht lange auf sich warten: schon vor dem offiziellen Beginn kamen die ersten Besucher. Im Laufe des Tages war der Pfad ein beliebter Ort, auch wegen seiner ruhigen Lage inmitten der Natur.

Die Schülerinnen und Schüler, die in ihrer Schicht anwesend waren, kümmerten sich darum, dass das Material in den Feldern wieder nachgefüllt wurde und boten sich an, mit geschlossenen Augen durch den Pfad zu führen.

Epilog: Murphys Gesetz mal anders herum

Im Vorlauf des Projektes hatte ich als Projektleiter einige Fragezeichen: Werden die Vorarbeiten seitens der Stadt rechtzeitig erledigt? Werden wir Unterstützung durch Kooperationsbetriebe bekommen? Welche Schüler werden sich eintragen? Klappt die Arbeit überhaupt wie geplant? Und das Wetter?

Nun, nach abgeschlossenem Projekt, schreibe ich diese kleine Dokumentation und bin immer noch ganz ergriffen: alles, wirklich einfach alles, hat ganz wunderbar geklappt. Auf die Stadt war Verlass beim Mähen und Anliefern des Schotters. Die materielle Unterstützung kam und ich konnte sie rechtzeitig an die Schule bringen. Die Arbeit an den einzelnen Tagen war zwar mühsamer als gedacht wegen des harten, lehmigen Bodens, aber wir kamen gut voran. Das Wetter war spitzenmäßig und bescherte uns Sonne und Wolken in einem angenehmen Mix.

Aber das Tollste, das Ergreifendste, das Wunderbarste an diesem Projekt waren die Schülerinnen und Schüler. Ich kannte fast alle Projektteilnehmer schon vorher aus dem Unterricht und wusste, dass da eine bunte, lebendige Gruppe auf mich zukam. Aber was dann da war, war einfach fantastisch:

Kinder, die Spaß daran hatten, mit ihren Händen Arbeit zu verrichten.

Kinder, die keine Angst davor hatten, sich schmutzig zu machen.

Kinder, die auch schier Unmögliches leisten konnten.

Kinder, die als Team funktionierten.

Noch nie zuvor war mir bewusst, wie fruchtbar unsere jahrelange Arbeit an der Gemeinschaftsschule sein kann. Kinder, aus den unterschiedlichsten Lerngruppen, im Alter über mehrere Jahre verstreut, mit den verschiedensten Voraussetzungen… Im Projekt fanden sie zusammen, arbeiteten Hand in Hand und erschufen etwas noch nie an unserer Schule Dagewesenes, den Barfußpfad.

Vielen Dank, liebe Projektgruppe für diese gemeinsame Woche. Ihr seid spitze und ich werde immer wieder gern an unsere Projektwoche zurückdenken.

Euer Simon Grohnberg